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Künstliche Intelligenz: Sachverständige äußern sich zu Forschung und Anwendung

12.12.2019 / In einer gemeinsamen Anhörung des Wissenschaftsausschusses sowie des Ausschusses für Digitalisierung und Innovation haben sich Sachverständige zu Forschung und Anwendung Künstlicher Intelligenz in Nordrhein-Westfalen geäußert.

NRW solle zum bundesweit führenden Standort für angewandte Künstliche Intelligenz (KI) werden und auch in Europa unter den „Top Ten“ rangieren, heißt es in einem Antrag der Fraktionen von CDU und FDP („Künstliche Intelligenz: Forschung und Innovation für Maschinelles Lernen voranbringen“, 17/7374).

„Große Kompetenzen“

Das Land verfüge bereits über „große Kompetenzen“ auf dem Gebiet. Als Beispiele nennen die Fraktionen u. a. das Kompetenzzentrum Maschinelles Lernen Rhein-Ruhr mit dem Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz an der TU Dortmund sowie die Fraunhofer-Institute in Sankt Augustin, Dortmund und Bonn. Weitere Forschungseinrichtungen, Netzwerke, Lehrstühle sowie Institute arbeiteten an der Schnittstelle zur Anwendung.

Genau dort solle die 2018 gegründete Kompetenzplattform KI.NRW die „starke Forschungslandschaft“ ergänzen, schreiben CDU und FDP. Es gelte, „die Innovationskraft der Wissenschaft und Forschung für unsere Wirtschaft – Industrie und Mittelstand gleichermaßen – nutzbar zu machen“. Im Mittelpunkt sollen „Forschung und Bildung, ein erfolgreicher Technologietransfer und eine ethisch-verantwortungsvolle Umsetzung“ stehen.

„Wichtige Weichenstellungen“

Unterstützung signalisierte die Landesrektorenkonferenz in ihrer Stellungnahme für die Ausschüsse. Aus Sicht der nordrhein-westfälischen Universitäten seien „erste wichtige Weichenstellungen“ bereits erfolgt. Auf Landesebene fehlten aber konkrete Ausschreibungen und Programme, „über die Drittmittel im Rahmen der vor gut einem Jahr beschlossenen KI-Strategie eingeworben werden könnten“. Zudem sollten den Universitäten ebenfalls Mittel zur Verfügung gestellt werden, um „die gesellschaftlichen Transformationsprozesse, die mit der Ausweitung von KI in viele Lebensbereiche einhergehen, sowie ethische Fragen in diesem Zusammenhang systematisch zu erforschen“.

„Enorme Wachstumschancen“

Jegliche Anstrengung, NRW auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz zu stärken, sei „sinnvoll, notwendig, dringlich und äußerst begrüßenswert“, schrieb Prof. Dr. Stefan Wrobel (Universität Bonn, Fraunhofer-Institut). KI biete „enorme Wachstumschancen für diejenigen Unternehmen und Volkswirtschaften, die sie sich als erste und vollumfänglich zu eigen machen“. Auf der anderen Seite stünden große Risiken für diejenigen, „die dies nicht tun“. NRW biete für die KI-Forschung eine exzellente Basis. „Schwerpunkte sollten auf den KI-Stärken NRWs aufbauen und darüber hinaus die Schlüsselbranchen wie Produktion, Logistik, Medizin und Medien berücksichtigen“, so Wrobel. Ein besonderes Augenmerk müsse auf der Schnittstelle zwischen Forschung und Anwendung liegen.

„Eigene Akzente setzen“

Prof. Dr. Helge Ritter (Universität Bielefeld) empfahl in seiner Stellungnahme u. a., „KI-Forschung à la Google & Co.“ nicht nur nachzulaufen, sondern eigene Akzente zu setzen und konsequent auszubauen. Universitäten müssten geeignet ausgestattet werden, damit sie in Ausbildung und Forschung mit den rasant steigenden Anforderungen“ mithalten können. Bei den Gehältern seien deutsche Universitäten im KI-Bereich „nicht konkurrenzfähig“. Vorhandene Ressourcen müssten durch „bestmögliche Vernetzung“ gestärkt werden.

„Hoch qualifizierte Fachkräfte erforderlich“

Man unterstütze „das Vorhaben der Landesregierung, den Forschungs- und Wirtschaftsstandort in Nordrhein-Westfalen im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu stärken“, heißt es in einer Stellungnahme des Chemiekonzerns Lanxess für den Ausschuss. Die Digitalisierung werde „die Prozesse und Geschäftsmodelle in der Chemieindustrie und unseren Kundenindustrien nachhaltig verändern“. Lanxess habe mit einer konzernweiten Digitalisierungsstrategie reagiert, brauche aber die Unterstützung der Politik. Gerade bei der Anwendung Künstlicher Intelligenz seien hoch qualifizierte Fachkräfte „mit entsprechender technischchemischer und digitaler Expertise“ erforderlich. Das neue Anforderungsprofil an Chemiker und Chemieingenieure müsse sich in einer interdisziplinären universitären Ausbildung niederschlagen.

Eine Übersicht über sämtliche Stellungnahmen finden Sie hier.

Text: zab
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