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„Human Brain Project“: Ausstellung im Landtag macht die Faszination Gehirn erlebbar

21.01.2020 / 86 Milliarden Neuronen, drei Millionen Kilometer Nervenfaserverbindungen, über 200 Gehirnregionen, dennoch weniger Energieverbrauch als eine 60-Watt-Glühbirne: Nicht umsonst wird das menschliche Gehirn nach Jahrhunderten der Forschung als Wunder der Natur, aber auch als Mysterium bezeichnet. Der Präsident des Landtags, André Kuper, hat eine Ausstellung in der Wandelhalle eröffnet, die nicht nur Einblicke in die moderne Hirnforschung, sondern auch in die Arbeit des „Human Brain Project“ gewährt.

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Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Prof. Katrin Amunts, Forschungszentrum Jülich und Wissenschaftliche Direktorin des Human Brain Project, Thomas Skordas, Director of Digital Excellence and Science Infrastructure der Europäischen Kommission und der Präsident des Landtags, André Kuper (v.l.).

Unter den Gästen befanden sich neben zahlreichen Abgeordneten Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und Thomas Skordas, Director of Digital Excellence and Science Infrastructure der Europäischen Kommission. Sie ließen sich von Prof. Katrin Amunts, Forschungszentrum Jülich und Wissenschaftliche Direktorin des Human Brain Project, durch die Ausstellung führen.

Alle Gäste konnten sich somit selbst davon überzeugen, dass spektakuläre Bilder und Filme die Komplexität des Gehirns in der Ausstellung erlebbar machen. Exponate zeigen, wie rechenintensive Methoden auf leistungsstarken Computern zu neuen Erkenntnissen für die Neurowissenschaften führen und stellen aktuelle Entwicklungen in der Medizin, im Computing, in der künstlichen Intelligenz und in der Neurorobotik vor. Die Ausstellung ist bis einschließlich 30. Januar 2020 im Landtag zu sehen. Sie kann täglich besucht werden nach Anmeldung unter veranstaltungen@landtag.nrw.de oder 0211 884-2129 bzw. -2422. Außerdem können Interessierte sie am offenen Besuchersamstag ( 25. Januar 2020 ) von 11 bis 17 Uhr ohne Anmeldung besichtigen.

Es ist ein von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern lang gehegter Traum, das menschliche Gehirn vollständig zu verstehen. Daran arbeitet das von der EU finanzierte und auf zehn Jahre angelegte „Human Brain Project“. 500 Expertinnen und Experten aus 132 europäischen Partnerinstitutionen und 19 Ländern bilden die Forschungsinfrastruktur, der auch das Forschungszentrum Jülich in Nordrhein-Westfalen angehört. Dort wurde der bisher genaueste 3D-Atlas des hoch komplexen Organs hergestellt.

Dafür wurde das Hirn eines Toten in über 7000 Scheiben geschnitten, die dünner als ein menschliches Haar sind. Diese wurden gescannt, um im Computer ein Hirnmodell zu erstellen. Diese Simulation soll es insbesondere Medizinerinnen und Medizinern künftig erleichtern, Struktur und Arbeitsweise des gesunden, aber auch erkrankten Gehirns zu verstehen sowie neue Medikamente schneller entwickeln und testen zu können.

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„Das menschliche Gehirn in seiner gesamten Komplexität zu verstehen, ist eine der großen wissenschaftlichen Aufgaben unserer Zeit. Ein künstliches Gehirn, das für diesen Zweck in einem Supercomputer simuliert wird, ist nicht nur eine faszinierende Vorstellung, sondern auch beispielhaft für dauerhafte Zusammenarbeit über die Staatsgrenzen hinaus. Ich freue mich sehr darüber, dass die Ausstellung den Bürgerinnen und Bürgern Nordrhein-Westfalens mit beeindruckenden Bildern Einblicke in die womöglich wegweisende Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bietet“, sagte der Präsident des Landtags, André Kuper.

Das „Human Brain Project“ setzt an der Schnittstelle von Neurowissenschaft, Medizin und Technologie an. Als europäisches Flaggschiff-Projekt ist es mit einer Milliarde Euro Förderungssumme eines der größten jemals von der EU finanzierten Projekte.

Mehr Informationen zum Human Brain Project finden Sie hier.

Fotos: bs
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