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Die grünen Ringe des Parlaments: Fragen und Antworten zum geplanten Erweiterungsgebäude des Landtags

04.12.2020 / Offen, transparent, für die Demokratie so sollen die "grünen Ringe des Parlaments" sein: Landtag und Landeshauptstadt hatten einen Architektenwettbewerb für das Erweiterungsgebäude des Parlaments und einen Ideenwettbewerb für die Entwicklung des Bürgerparks Bilk ausgeschrieben. Das Preisgericht kürte das Büro schulz+schulz aus Leipzig als zum Sieger des Architektenwettbewerb.

Warum braucht der Landtag ein Erweiterungsgebäude?

Das 1988 eröffnete Landtagsgebäude am Rhein kann den Bedarf an Büro- und Sitzungsräumen längst nicht mehr abdecken. Es wurde in den 80er-Jahren für nur drei Fraktionen geplant; heute sind es fünf Fraktionen. Die Fraktionen und die Verwaltung des Landtags sind auf vier Liegenschaften in Düsseldorf verteilt, was kontinuierlich steigende Mietkosten in Höhe von derzeit rund drei Millionen Euro jährlich verursacht. 

Wie soll das Gebäude aussehen?

In einem Architektenwettbewerb hat das Preisgericht einen Entwurf des Büros schulz+schulz aus Leipzig prämiert. Man könnte die Grundidee als grüne Ringe des Parlaments bezeichnen – offen, transparent und für die Demokratie. Der Entwurf sieht unter anderem vier ringförmige, aufgeständerte Gebäude vor, die miteinander und mit dem Landtagsgebäude verbunden sind und sich einfügen in die Park- und Architekturlandschaft der Solitäre Landtag, Rheinturm und WDR. Geschichtete Glasfassaden verbinden Gebäude und Grün und ermöglichen Blickbeziehungen. Dem Preisgericht gehörten unter anderem Architektinnen und Architekten, Stadtplanerinnen und Stadtplaner, Landschaftsarchitektinnen und -architekten an, zudem der Präsident des Landtags, André Kuper, der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, die Planungsdezernentin Cornelia Zuschke sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Düsseldorf und Mitglieder aller Fraktionen des Landtags. Die genaue Ausgestaltung wird noch zwischen dem Landtag und dem Architekturbüro verhandelt.

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Was soll in dem Bau untergebracht werden?

Die konkrete Ausgestaltung des Raumprogramms wird nun eine der Aufgaben der Baukommission sein, die mit Vertreterinnen und Vertretern aller Fraktionen nun ihre Arbeit fortsetzen wird.  Benötigt werden Sitzungsräume und Büros. Denn die parlamentarische Arbeit hat sich in den vergangenen 30 Jahren stark verändert. Ein Grund ist der zunehmende Bedarf an persönlicher Kommunikation und fachlicher Zuarbeit für die immer komplexer werdenden Problemstellungen. Vor der Verabschiedung von Gesetzen befassen sich die Abgeordneten inhaltlich ausführlich mit den Themen, zum Beispiel in den Fachausschüssen. Allein die Zahl der Sitzungen der Ausschüsse ist von 122 (in den Jahren 1995 bis 2000) auf rund 600 (in den Jahren 2012 bis 2017) gestiegen. Die Belegung von Sitzungsräumen stieg von 2.000 Buchungen im Jahr 2005 auf rund 12.000 im Jahr 2019. Auch die Fraktionen des Landtags beteiligen verstärkt Sachverständige und Bürgerinnen und Bürger: Im Jahr 2011 luden sie zu rund 70 Workshops und Veranstaltungen ein, im Jahr 2019 waren es 200 Veranstaltungen. Der Landtag ist ein offenes Haus, tausende Besucherinnen und Besuchern kommen jedes Jahr, um mit der Landespolitik in Kontakt zu kommen. Besonders für junge Menschen gibt es mehr Angebote. Jede Schülerin und jeder Schüler soll einmal während der Schulzeit einen „Demokratiekontakt“ zu einem Parlament erhalten. Neben der wachsenden Zahl an Jugendlichen, die ins Parlament kommen, bietet der Landtag neue Informations- und Diskussionsformen an: Zu den Aktionstagen „Landtag macht Schule“ kamen bislang 1.200 Neuntklässler in den Landtag. Bei Projekttagen erhalten sie Informationen zu aktuellen Themen wie Europa, Medien und Fake News oder Israel. Das alles führt dazu, dass Räume Mangelware sind. So kann das Parlament des größten Bundeslandes auf Dauer nicht arbeiten.

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Wie hat sich der Raumbedarf in der Corona-Pandemie entwickelt? 

Der Platzbedarf ist während der Pandemie noch einmal gestiegen. Die nordrhein-westfälischen Abgeordneten waren und sind in der Corona-Krise an Bord, das Parlament nimmt seine Verantwortung und Kontrollfunktion wahr: Es gab teilweise wöchentliche Sondersitzungen des Landtags und viele Tagesordnungspunkte in Plenar- und Ausschusssitzungen. Um die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten, wurden besonders die großen Sitzungssäle des Landtags noch stärker genutzt als sonst. Das Gewinner-Büro hat einen Entwurf für ein Gebäude vorgelegt, mit dem der Landtag auf Dauer arbeitsfähig bleiben kann.

Der Landtag ist direkt am Rhein im Bürgerpark Bilk gelegen. Tragen die Pläne dieser Lage Rechnung?

Dem Entwurf zufolge soll das Gebäudeensemble integraler Bestandteil des Rhein- und Bürgerparks werden. Es soll zudem höchsten Nachhaltigkeits- und Energiesparansprüchen genügen, zum Beispiel durch die intensive Nutzung von Photovoltaik als Bauteile von Sonnenschutz und Brüstungen sowie durch die Verwendung von Holz als nachwachsendem Baustoff. Dachbegrünungen passen sich dem umgebenden Parkcharakter an. Auch die Sicht auf den Rhein wird ermöglicht. Ziel ist es auch, den Bürgerpark Bilk zu einem Grünraum mit Anbindung an den Rhein und Medienhafen weiterzuentwickeln. Auch das Parkhaus an der Moselstraße soll in der jetzigen Form nicht bestehen bleiben.

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Was soll das Gebäude kosten und wann ist es fertig?

Eine Kostenschätzung ist aktuell noch nicht möglich, weil der Entwurf durch Vertragsverhandlungen weiter verändert werden kann. Zudem sind die Kosten für die Erschließung des Grundstücks in dieser Phase des Projekts noch nicht absehbar. Baubeginn könnte Ende 2021 sein.

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